Jagdschloss Granitz
Schlossführer im Westentaschenformat
Für alle Gäste des fürstlichen Jagdschlosses Granitz im gleichnamigen Wald unweit des Ostseebades Binz gibt es jetzt einen neuen Führer im Westentaschenformat. Dieser ist von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten im Betrieb für Bau und Liegenschaften MV herausgegeben worden. Er zeigt auf 34 Seiten in vierfarbigen Hochglanzdruck einen ersten Eindruck vom Schloss und seiner pompösen Einrichtung.
Hier residierten einst die Fürsten aus dem Hause zu Putbus, luden ihre Jagdgesellschaften ein, um dem Wild im Wald nachzustellen. Erzählt wird im neuen Schlossführer über die Anfänge und die Entstehung des Jagdschlosses vom einstigen Jagdhaus und Belvedere im 18. Jahrhundert bis hin zur Fertigstellung nach zahlreichen Umbauten.
Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus ließ den Grundstein für das heutige Jagdschloss legen. Der deutsche Architekt Karl Friedrich Schinkel perfektionierte die Entwürfe und schuf das Jagdschloss, das sich die Fürstenfamilie wünschte. Hier konnten die Mächtigen und Reichen ihrer Zeit standesgemäß empfangen, bewirtet und untergebracht werden. Zahlreiche Abbildungen ergänzen die schriftlichen Ausführungen und der neugierige Gast kann sich einen Überblick über die historische und museale Bedeutung des Jagdschlosses verschaffen.
Das Jagdschloss wurde neben den Jagdgesellschaften stellenweise auch als Wohnsitz genutzt. Als am 23. Dezember 1865 das Schloss Putbus einem Brand zum Opfer fiel, siedelte die Familie bis ins Jahr 1874 ins Jagdschloss Granitz über. Im Kellergeschoss wurde eigens eine Warmluftheizung installiert, damit die meisten Räume in den kalten Monaten beheizt werden konnten.
Am Eingang des Jagdschlosses wachen die beiden Molosserhunde und begrüßen die jährlich rund 300.000 Gäste, die dem Schloss einen Besuch abstatten. In den für die Öffentlichkeit freigegebenen Räumen kann das Leben der Fürstenfamilie gut nachempfunden werden. Gezeigt wird zudem eine Jagdausstellung mit zahlreichen Trophäen, Bildern und Exponaten, die sich einst im Besitz der Fürstenfamilie befanden. Als Krönung des Besuchs gilt die Ersteigung des Mittelturms über 154 Stufen. Oben auf der Plattform des Mittelturms angekommen, kann der Betrachter seine Blicke bis hinüber nach Putbus, zur Insel Vilm, ins Mönchguter Land oder nach Bergen schweifen lassen.
Neben dem Jagdschloss befindet sich zudem ein Forst- und Gasthaus aus dem 18. Jahrhundert. Dieses als Jagdhaus einst angelegte Nebengebäude wurde 1852 nach den Plänen von Johann Gottfried Steinmeyer zum Forst- und Gasthaus umgebaut. Heute befindet sich nach einer aufwändigen Sanierung eine Dauerausstellung der Biosphärenreservatsverwaltung Südost-Rügen in den Räumen. Das Ausstellungs- und Informationszentrum informiert über das Biosphärenreservat, das sich von Zirkow, Putbus über Sellin und die gesamte Halbinsel Mönchgut erstreckt. Es ist eines von knapp über 400 weltweit.